Rudolf Augstein, der im Jahr 2002 im Alter von 79 Jahren gestorben ist, war von 1947 an Herausgeber des Nachrichtenmagazins "DER SPIEGEL", Verleger und Unternehmer also. Aber seinem Selbstverständnis nach war er Journalist. So stand es in seinem Pass, und so fühlte er sich. Journalisten haben in der Geschichte vieles erreicht. Aber dass sie wohlhabend geworden wären, ist eher unüblich. Umso mehr Wert hat Rudolf Augstein darauf gelegt, dass mit Geld, das "DER SPIEGEL" ihm eingetragen hat, etwas Sinnvolles gemacht wird.

In den sechziger Jahren hat er beschlossen, dass mit einem Teil seiner Hinterlassenschaft  leidenden Menschen zu helfen sei. Es ging ihm weniger um die Forschung als vielmehr um die Fürsorge, die den Menschen unmittelbar zugute kommt.

Dass auch der Journalismus der Förderung bedürfe, erschien ihm gegen Ende seines Lebens um so dringlicher, weil die industriemäßige Konzentration der Medienunternehmen der journalistischen Vielfalt nicht gerade zuträglich ist und die verbreitete Angst um den Arbeitsplatz dem Wirken der Schere im Kopf Vorschub leistet.

Rudolf Augsteins Interesse galt in hohem Maß der Kunst. Kunst ist also das dritte Gebiet, dem die Rudolf Augstein Stiftung gewidmet sein soll. Rudolf Augstein liebte die Oper und das Theater und ebenso die Literatur und die bildende Kunst. Hier und da hat er Projekte unterstützt, mal eine Theater-, mal eine Operninszenierung und anderes mehr. Es war sein Wunsch, dass die Stiftung, die einmal seinen Namen tragen würde, dieses Engagement ausdehne.